Willkommen bei der Kirchgemeinde Strehla!

Hier finden Sie aktuelle Termine und Informationen, sowie interessante Geschichten über die Strehlaer Kirche und die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Strehla mit den Ortsteilen Görzig, Trebnitz, Sahlassan, Clanzschwitz, Leckwitz, Großrügeln, Unterreußen und Oppitzsch (die Strehlaer Ortsteile Paußnitz und Lößnig gehören zum Pfarramt Belgern im Kirchenkreis Torgau-Delitzsch(EKM); Forberge gehört zur Kirchgemeinde Riesa).
Die Kirchgemeinde Strehla hat aktuell ca.620 Gemeindemitglieder und gehört zum Kirchenbezirk Großenhain, der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens.
Sie ist partnerschaftlich verbunden mit der
evang. Kirchgemeinde Mandelsloh in Neustadt bei Hannover und der ev. Kirchengemeinde Watzenborn-Steinberg in Pohlheim bei Gießen.

Keine Gewalt!

„Keine Gewalt! Das ist für mich die kürzeste Zusammenfassung der Bergpredigt.“, schrieb der am 30. Juni dieses Jahres verstorbene Pfarrer Christian Führer, der mit der Begründung der Montags-Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche zu einem Wegbereiter der Friedlichen Revolution wurde.
„Am 9. Oktober 1989 haben Zehntausende diese Worte nicht nur gerufen, sondern sie haben das Gebot der Gewaltlosigkeit selbst auf der Straße praktiziert …
Für mich ist das ein Wunder biblischen Ausmaßes.“
Heute fließt viel Blut als Folge enormen Gewalteinsatzes im Gazastreifen, in Donezk, in Syrien, im Irak und an vielen anderen Orten der Erde. Wie war dieses Wunder damals in unserem Land möglich? Wunder geschehen in den Gesetzmäßigkeiten von Raum und Zeit - damals in den Geschichten der Bibel genau so wie heute.
Wenn 1989 in der DDR die Botschaft des Propheten Sacharja (4,6), „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen!“, Wirklichkeit geworden ist, dann hatte das Gründe und Ursachen: Nach dem Politunterricht zum Thema „Unser Feind im Westen“ saßen wir Soldaten 1977 in einer DDR-Kaserne beim illegal beschafften Bier zusammen. Wir versicherten uns, dass wir nicht schießen würden, wenn zwischen den hoch gerüsteten Mächten im Osten und Westen tatsächlich ein Krieg ausbrechen würde. Wir würden ohnehin sterben; warum sollten wir vorher noch andere umbringen. Ob wir diesen Vorsatz im Ernstfall durchgehalten hätten? Anfang der achtziger Jahre nähten sich Schüler und Studenten das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ auf den Ärmel. Polizisten forderten auf der Straße auf, den Aufnäher abzumachen.

Die Jugendlichen nahmen die Schere und liefen mit einem runden Loch im Jackenärmel durch die Stadt. Wer noch nicht wusste, was das bedeutete, fragte nach. Am Freitagabend diskutierten Jugendliche in der Jungen Gemeinde eines kleinen Dorfes die Nachrichten von den Demos und Ausschreitungen des letzten Wochenendes in verschiedenen Städten der DDR: „Wir wollen nicht von weitem zusehen. Am Montag fahren wir nach Leipzig!“ Am Montag trafen sich die jungen Leute vor der Tür des Pfarrhauses. Einige sagten noch im letzten Moment ab. Ein Junge drohte seiner Freundin: „Wenn du mitfährst, ist es aus zwischen uns. Ich setze meine Karriere wegen dir nicht aufs Spiel.“ Sie ließ sich nicht beirren, stieg mit in den Trabbi ein und wurde an diesem Abend Teil eines wunderbaren Augenblickes der Geschichte: Zehntausende Menschen - Christen, Kommunisten, Kinder von Stasimitarbeitern - gingen mit Kerzen in der Hand durch die Leipziger Innenstadt, geeint im Sprechchor: „Keine Gewalt!“.
Erst beim Verlassen der Stadt, kurz vor Mitternacht, sahen wir in den Seitenstraßen die Schwimmpanzerwagen und die Soldaten. Mit ihren Kalaschnikows bewaffnet bestiegen die Genossen der Kampfgruppen ihre Mannschaftswagen.
In seinem Roman „Nikolaikirche“ lässt Erich Loest den für den Einsatz der staatlichen Gewalt verantwortlichen Offizier am Ende sagen: „Auf alles waren wir vorbereitet – nur nicht auf Kerzen und Gebete.“ Unser Land hat das Wunder einer gewaltlosen Revolution erlebt. Wir wissen auch warum.
Dieses Wissen sollte Deutschland in die Krisenregionen unserer Welt exportieren – anstelle von Waffen.

Das wünscht sich Ihr Pfarrer Gunter Odrich (Riesa)

Jahreslosung 2014

Panorama vom Innenraum der Kirche


Dieses 360°Panorama© vom Innenraum unserer Kirche stellte uns
freundlicherweise J. Knorr zur Verfügung.
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