Leider ist das Werk nicht mehr komplett erhalten. Eine ehemals noch vorhandene Tür zum Kanzelaufgang fehlt. Im Jahre 1837 wurde der Bestand der Tür noch vermerkt. Sie war gleichfalls mit keramischen Reliefplatten versehen. Zur Kanzeltür gehörten als Bekrönung zwei Geschichten Samsons. Auch vom hölzernen Schalldeckel gibt es keine Spuren mehr.

Kanzel
Moses
Kanzelkorb
Säulenfuß

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Die Kanzel

Das wohl interessanteste Ausstattungsstück der Strehlaer Kirche befindet sich zwischen dem Chorraum und dem Langhaus, die tönerne Kanzel.

Sie wurde im Jahre 1565 geschaffen und gilt als einzigartiges Werk sächsischer und deutscher Keramikkunst des 16. Jahrhunderts. Ihr Schöpfer war der damals 24jährige Handwerker und Künstler Melchior Tatzen aus Strehla.

Die Kanzel besteht aus einem Säulenschaft ohne Basis und Kapitel, der eine Konsole trägt, die mit Rundmedaillons der vier Evangelisten versehen ist. Die Konsole wiederum trägt den Kanzelkorb oder "Predigtstuhl". Als Hochrelief wurde um die Säule herum die lebensgroße Figur des Moses mit den Gesetzestafeln modelliert. Einige Teile, so der Kopf und der den Kanzelkorb stützende linke Arm, aber auch die rechte Hand und ein Knie sind vollplastisch ausgeführt.

Die Säule selbst und die Mosesgestalt sind in drei Teilstücken gebrannt und dann aufeinander montiert worden. Die Wandungen des Predigtstuhles und das Geländer der Kanzeltreppe sind mit acht Hochreliefs verziert. Dazu wurde jeweils eine Platte im Ganzen modelliert und gebrannt. Dargestellt sind die Szenen:

  • das Paradies mit der Erschaffung Evas, dem Sündenfall und der Vertreibung aus dem Paradies
  • Abrahams Opfer
  • Hiob auf dem Misthaufen, umgeben von seinem Weibe, drei Freunden und dem Teufel
  • die Christgeburt
  • Gefangennahme, Auferstehung und Kreuzigung Christi
  • die Himmelfahrt Christi
  • die Bekehrung des Paulus
  • das Jüngste Gericht

Alle Teile der Kanzel wurden frei in grauweiß brennendem, gemagertem Ton modelliert, in keramischen Farben bemalt und mit einer Bleiglasur überzogen. Zu Füßen der Mosesfigur wird in einer dreizeiligen Inschrift der Schöpfer, sowie das Entstehungsjahr genannt.

Die Inschrift im Original lautet: