Ökumenischer Pilgerweg / Elberadwanderweg

Den Ökumenischen Pilgerweg von Görlitz in Sachsen bis nach Vacha in Hessen gibt es erst seit Juli 2003. Esther Zeiher ergriff vor über 11 Jahren die Initiative für die Belebung dieses Weges. Dieser Weg führt entlang der Via Regia, einer alten Handels-, Heeres-, Pilger – und Poststraße. Zwei Karten sind zu diesem Weg herausgegeben worden (Teil 1: Görlitz-Leipzig, Teil 2: Leipzig-Vacha).  Im Pilgerführer „Der ökumenische Pilgerweg durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen“ schreibt Esther Zeiher: „Auf dem Ökumenischen Pilgerweg sollen zwischen dem Gehenden und dem, der am Weg lebt, Begegnung und Austausch in ursprünglicher Weise stattfinden. Dabei kommen alte Gesten der Menschlichkeit neu zur Geltung, sei es durch einige gewechselte Worte, das Hinüberreichen von frischem Wasser oder durch die Aufnahme für eine Nacht... Der Pilger erprobt bei seiner Reise das Leben. Im Loslösen, der eigenmächtigen Bewegung durch den Raum, dem Zugehen auf die Dinge, der Suche nach Heimat entwickelt er eine neue Sicht auf sich selbst.“

 

Die Pilgerherberge auf dem Strehlaer Pfarrhof

Station auf der Via Regia, dem alten Königsweg
„Wo kann man hier essen gehen?“ – Das ist eine der am häufigsten gestellten Fragen von Pilgern bei ihrer Ankunft.
Fast täglich kommen sie in bunter Vielfalt und meist ziemlich abgekämpft mit müden Schritten:
Junge Menschen und Rentner, Männer und Frauen mitten aus dem Berufsleben, Lehrer, Sozialarbeiter, Richter,
manchmal sogar mit Kinderwagen und Kleinkindern. Sie kommen aus Brandenburg, oft aus Süddeutschland,
aber bestimmt die Hälfte auch aus dem Ausland: Frankreich, Polen, Niederlande, England.
Und alle sind sie begeistert von unserem schönen Pilgerhaus (mit Waschmaschine, zwei Duschen und Küche!)
und dem Hof, den sie als Ort der Ruhe und des Friedens erleben und genießen. Enttäuschen müssen wir die,
die mit Hund kommen wollen – das geht einfach nicht aus verständlichen Gründen. Dafür können wir für kurze Fahrten,
etwa zum Nixenbad, Fahrräder anbieten – und natürlich die Besichtigung der tönernen Kanzel in der offenen Kirche.
Manche erbitten auch, vor dem Aufbruch am Morgen, noch einen Reisesegen.
Einträge im Gästebuch geben schönes Zeugnis von dem, wie Pilger unsere Herberge erleben.
Dank sei an dieser Stelle allen, die das Haus in Ordnung und sauber halten, Müll entsorgen, Wäsche waschen
und die Pilger freundlich empfangen.
Möge der Segen des Herrn auch weiter auf diesem Haus liegen!          

Johannes Grasemann, Pfarrer in Riesa und Strehla                                                          Strehla, September 2019